Jede Mark kann nur einmal ausgegeben werden
Sieben Argumente zur Debatte um den Ladenschluss
Das Thema Ladenschluss steht mal wieder auf der Tagesordnung. Hier eine Zusammenstellung der wichtigsten Argumente gegen eine erneute Liberalisierung:
1. Die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten trifft die ArbeitnehmerInnen, die vermehrt abends, nachts und am Wochenende arbeiten müßten. Das geht zu Lasten sozialer Kontakte mit Freunden und Familie und trifft insbesondere die vielfach im Einzelhandel beschäftigten Frauen mit Mehrfachbelastungen (Arbeit, Haushalt, Kinder).
2. Schon die Möglichkeiten des letzten Ausweitung der Ladenöffnung werden nicht vollständig genutzt. Nach einer kurzen Experimentierphase sind die meisten Einzelhändler längst wieder zu zwischen 18 und 19 Uhr zu. Die Möglichkeit der Öffnung bis 20 Uhr wird außerhalb der Zentren der großen Städte fast nur von Großmärkten auf der grünen Wiese genutzt.
3. Jede Mark kann nur einmal ausgegeben werden! Die Umsätze im Einzelhandel steigen durch längere Öffnungszeiten nicht. Insbesondere in den unteren und mittleren Schichten haben nicht mehr Geld, das in den Konsum fließen könnte.
4. Es gibt in vielen Städten immer wieder verkaufsoffene Sonntage mit Eventcharakter. Das Ergebnis waren schwächere Umsätze in der Folgewoche und Kaufkraftabflüsse aus den umliegenden Orten.
5. Die Folge von längeren Öffnungszeiten und stagnierendem Umsatz ist eine sinkende Produktivität im Einzelhandel. Die Lohnkosten steigen an. Die Folge: Immer weniger Normalarbeitverhältnisse, immer mehr 325-Euro-Jobs.
6. Ein wirkliches Interesse an einer weiteren Liberalisierung haben lediglich die umsatzstarken Großunternehmen. Sie könnten ihren Marktanteil gegenüber kleineren Einzelhändlern deutlich steigern und damit – für VerbraucherInnen sicher nicht positive – Konzentrationsprozesse im Einzelhandel weiter vorantreiben. Konsequenterweise hat sich der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) bisher auch immer gegen die weitere Liberalisierung ausgesprochen.
7. Massiv betroffen wären auch die Innenstädte zumindest der kleinen und mittleren Städte, denen die Großmärkte an den Stadträndern noch mehr als bisher das Wasser abgraben würden.
Fazit: Korrekturen am Ladenschlussgesetz bleiben ein Nullsummenspiel. Es wird nicht mehr gekauft. Der Konsum wird nur anders verteilt. Profitieren können nur die großen Märkte. Viele Innenstädte veröden. Die kleinen Einzelhändler sind ebenso die Verlierer, wie die Beschäftigten im Einzelhandel. Deshalb: Keine weitere Ausweitung der Ladenöffnungszeiten!