So viel verdient ein Bundestagsabgeordneter

Isar Wochenblatt
Pressebericht von Alexander Schmid vom 22.12.2004, Isar Wochenblatt.

Die Diäten der Herren Abgeordneten Im Bundestag. Ein Thema das Zweifelsohne die Gemüter bewegt und zu Diskussionen anregt. Vor allen Dingen, wenn es um Diäten-Erhöhungen geht. Doch was verdient eigentlich ein Mitglied des Bundestages? „Auf alle Fälle zuviel“, werden sich jetzt viele denken. ohne tatsächlich genau zu wissen, was auf die Konten der Herren und Frauen Politiker geht. Florian Pronold geht jetzt in die Offensive, macht sich selbst zum „Gläsernen Abgeordneten und legt seine Einkünfte offen.

Auf seiner Homepage (www.florian-pronold.de) sind die Einkünfte des SPD-Abgeordneten unter dem Link „Der gläserner Abgeordnete“ genau aufgelistet. An erster Stelle stehen die so genannten Diäten, also quasi Pronolds „Gehalt“. Derzeit bekommt der SPD-Mann für seine Arbeit im Bundestag 7.009 Euro pro Monat. Nach Steuern und verschiedenen Pflichtabgaben bleiben dann laut Pronold nur noch knapp 3.000 Euro im Monat übrig.

Pronold: „Natürlich sieht das Netto-Einkommen bei jedem Abgeordneten etwas anders aus. Da spielen Familienstand, Kinder und eine Reihe anderer Faktoren eine Rolle. Ich habe versucht, eine Darstellung zu finden, die es dem normalen Arbeitnehmer möglicht macht, zu vergleichen“, so der Bundestagsabgeordnete.

Tatsächlich findet sich auf Pronolds Internetseite eine Tabelle, in der sein Gehalt mit dem eines Bundesrichters, BMW-Vorstands, eines BMW-Angestellten und eines Geschäftsführers im Mittelstand verglichen wird. Demnach verdient Pronold weniger als ein Bundesrichter, Oberbürgermeister oder ein Geschäftsführer im Mittelstand. Daneben wird noch aufgelistet, welche weiteren Mittel Pronold vom Bundestag zur Verfügung gestellt wird. Vom Berliner Büro, der technischen Ausstattung über die Mittel zur Beschäftigung der Mitarbeiter bis hin zur vieldiskutierten steuerfreien Aufwandspauschale. Die Verwendung dieser Pauschale – 3.503 Euro pro Monat – ist genau aufgeschlüsselt. Die größten Posten stellen die Mieten für die Bürgerbüros in Landau und Pfarrkirchen und Pronolds Berliner Zweitwohnung. „Aus meiner Jahresrechnung für 2003 geht eindeutig hervor, dass ich das Geld vollständig für diese Zwecke ausgegeben habe. Am Ende habe ich sogar noch 4.000 Euro draufgelegt“, so Pronold.

Aufgelistet sind auch noch die Nebeneinkünfte Pronolds. So hat er in seiner Funktion als Stadtrat in Deggendorf 2.188 Euro brutto im Jahr 2003 verdient. 485 Euro brutto bekam er im Jahr 2003 für seine Funktion als Seminarleiter an der Verwaltungsschule. Aus seinem Beruf als Rechtsanwalt erzielte er keine Einkünfte.