90 Jahre Ortsverein Erbendorf
Mit Willy-Brand-Medaille ausgezeichnet
Die höchste Auszeichnung der sozialdemokratischen Partei Deutschlands ist die Willy-Brandt Medaille. Beim Festabend zum 90. Gründungsjubiläum konnte Landesvorsitzender Florian Pronold gleich zwei verdiente Mitglieder mit dieser Auszeichnung ehren. Die beiden Ehrenvorsitzenden Franz Bauer und Hans Schäffler gehören damit zum kleinen Kreis der Medaillenträger.
„Schäffler und Bauer haben den Ortsverein Erbendorf-Wildenreuth über Jahrzehnte geprägt“, sagte Vorsitzende Brigitte Scharf bei der Laudatio im Gasthaus Bayer in Wildenreuth. Nicht nur, dass beide im Ortsverein und in der Kommunalpolitik sehr engagiert waren, auch überregional hätten sie sich einen Namen gemacht. So war Franz Bauer sen., der an diesem Festabend leider verhindert war, von 1970 bis 1984 Vorsitzender des Ortsvereins, in dessen Zeit auch die „Fusion“ der beiden SPD-Ortsvereine Erbendorf und Wildenreuth aufgrund der Eingemeindung in die Stadt Erbendorf 1978 fiel.
Bereits 51 Jahre ist Hans Schäffler beim SPD-Ortsverein. In der Zeit von 1984 bis 1994 war er Ortsvorsitzender. Mit einem Zitat von Willy Brandt, „es ist wichtiger, etwas im Kleinen zu tun, als im Großen darüber zu reden“, überreichten Scharf und Pronold an ihn die Willy-Brandt-Medaille.
Als Richtungswahl bezeichnete Florian Pronold in seiner Festansprache die kommende Bundestagswahl. „Hier stellt sich die Frage, ob der Staat die Börsenspekulanten an der langen Leine lässt oder in Ketten legt“. In der gegenwärtigen Finanzkrise plädiere er für die europaweite Einführung einer einprozentigen Spekulationssteuer für Börsenumsätze. „Es kann nicht sein, dass in der Wirtschaft reelle fünf Prozent Rendite erarbeitet werden, in der Finanzwelt jedoch über 25 Prozent“. „Die Wirtschaft muss sich dem Menschen unterordnen, nicht umgekehrt“, so Pronold.
Die SPD müsse in den nächsten Wochen die Unterschiede zu anderen Parteien herausarbeiten. „Dazu haben wir den Deutschlandplan“. Dabei nannte er die Verdienste von Steinmeier, der in der Koalition die Abwrackprämie und das Erneuerbare Energiegesetz durchbrachte. Dieses bewertete der Festredner als Erfolg. „Es ist gut für die Oberpfalz“. In Deutschland konnten durch die Rahmenpolitik nach seinen Worten über 300 000 Arbeitsplätze in diesem neuen Bereich geschaffen werden.
Deshalb sei jetzt die spannende Frage, wie es um die Chancen der Gesundheitspolitik stehe. Dabei griff der Landesvorsitzende den politischen Gegner scharf an. „Ob Gesundheitspolitik oder Erbschaftssteuer, Seehofer hat jede Sauerei gegen die kleinen Leute mitgemacht“. Für die SPD sei es deshalb wichtig, dem Wähler eine klare Gegenüberstellung aufzuzeigen, wofür die Partei und wofür der Gegner stehe.
Zum Schluss seiner Rede fasste er das gesellschaftliche Miteinander und Solidarität im „Maoam-Prinzip“ zusammen: „Wir stehen für Mindestlohn, Arbeitnehmerrechte, ordentliche Löhne, Atomausstieg und Manager an kurze Leine“.