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„Belegschaft ist zu Einschnitten bereit“
MD-Betriebsräte Helmut Faber und Josef Kreipl im Gespräch mit Florian Pronold
Deggendorf. Die MD-Betriebsratsvorsitzenden Helmut Faber und Josef Kreipl stellten im Gespräch mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Florian Pronold die Lage der Beschäftigten bei der MD Papier dar. „Die Belegschaft ist zu Einschnitten bereit. Es muss aber fair zugehen“, machten Helmut Faber und Josef Kreipl deutlich. Die Firmenleitung wolle Stellen abbauen bei gleichzeitiger Erhöhung der Arbeitszeit auf 40 Stunden. Das sei kontraproduktiv und verschärfe die Arbeitsbelastung. Am Freitag dieser Woche werde ein Gespräch mit der Einigungsstelle stattfinden. „Der Betriebsrat hat der Geschäftsleitung ein Angebot gemacht, um die Arbeitsplätze zu retten. Die Beschäftigten sind zu einer Verringerung der Wochenarbeitszeit von 38 auf 35 Stunden und mit dem damit verbundenen Lohnverzicht bereit“, berichtete Helmut Faber.
Die Geschäftsleitung verweigere bislang die Zustimmung zum Vorschlag des Betriebsrates und zeige keine Gesprächsbereitschaft. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Pronold rief die Arbeitgeberseite auf, den Vorschlag zu akzeptieren: „Die Beschäftigten sind bereit, Einschnitte zu akzeptieren, um Arbeitsplätze zu retten und der Firma über die wirtschaftlich schwierigen Zeit zu helfen. Als Dank dafür darf man ihnen nicht das Gespräch verweigern.“ Florian Pronold betont: „Die Krise darf nicht genutzt werden, um bestehende Arbeitsverhältnisse abzubauen oder schlechtere Bedingungen für die Stammbelegschaft durchzudrücken.“
Angesprochen wurde auch die Sorge, dass nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen die Steuerbefreiung für Nacht- Schicht- und Sonntagszuschläge fällt. „Wenn sich die Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat nicht ändern, hat Schwarz-Gelb die nötige Mehrheit, um die geplanten Grausamkeiten umzusetzen. Die Steuersenkungsversprechen der Schwarz-Gelben Koalition für Besserverdiener muss jemand bezahlen, das darf nicht der Schichtarbeiter sein“, betonte Florian Pronold. Schichtarbeit sei ohnehin eine enorme gesundheitliche Belastung und beeinträchtige die ganze Familie, daher fordert der SPD-Bundestagsabgeordnete: „Schichtarbeit darf nicht auch noch finanziell schlechter gestellt werden, die teilweise Steuerbefreiung muss erhalten bleiben.“
Die MD-Betriebsräte äußerten die Befürchtung, dass auch an die übertariflichen Zulagen gegangen werden soll. Die Arbeitgeberseite wolle hier massiv kürzen. Man werde dem entschieden entgegentreten, aber weiter verhandlungsbereit bleiben. „Wir lassen nichts unversucht“, betonte Helmut Faber, der am Freitag den Vorschlag der Gewerkschaft vorstellen wird und auf Verhandlungsbereitschaft seitens des Managements hofft. Wichtig ist den beiden Betriebsräten Helmut Faber und Josef Kreipl vor allem eines: „Dass die Belegschaft wieder eine Perspektive für die Zukunft bekommt und keine Angst um ihren Arbeitsplatz haben muss“.
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