Keine Umweltpolitik nach Kassenlage

Besuch bei der Firma HDG Bavaria GmbH in MassingAuf Einladung der Firma „HDG Bavaria GmbH – Heizsysteme für Holz“ besuchte der SPD-Landesvorsitzende und lokale SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Pronold zusammen mit den SPD-Kreisverbänden aus Rottal-Inn und Dingolfing-Landau mit den SPD-Kreisvorsitzenden Renate Hebertinger und Dr. Bernd Vilsmeier die Produktion von HDG Bavaria GmbH in Massing/Rott.

Die Inhaberin Frau Dipl.-Bw. (FH) Eva Ackermann, die Tochter des Firmengründers Karl Ackermann, der Geschäftsführer Dipl.-Bw. (FH) Max Wohlmannstetter und der Vertriebsleiter Dipl.-Ing. (FH) Martin Ecker stellten die Entstehung der Firme HDG Bavaria vor und informierten über die aktuelle Produktpalette und die laufenden Projekte in Forschung und Entwicklung. Seit seiner Gründung 1922 hat sich HDG laufend weiterentwickelt, hat derzeit etwa 200 Beschäftigte und einen Umsatz von ca. 30 Millionen Euro. HDG Bavaria aus Massing hat sich auf Holzheizsysteme wie Heizkessel für Stückholz oder Hackschnitzelheizwerke mit Leistungen von 4,5 bis zu 380 Kilowatt spezialisiert. Die Zielgruppe sind Landwirte und Privatleute, aber auch mehr und mehr Kommunen und Gewerbetriebe. Die Anlagen sind robust, langlebig und einfach zu bedienen.
Die knapper und damit teurer werdenden fossilen Brennstoffe erfordern eine Umdenken und eine möglichst effizienten Einsatz auch von nachwachsenden Rohstoffen wie z. B. Holz. Mehr als die Hälfte der des deutschen Energieverbrauchs dient der Wärmeproduktion, davon zwei Drittel für Heizung und Warmwasser. Das sind 40 Prozent des CO2-Ausstoßes in Deutschland. Gleichzeitig sind aber nur 13 Prozent der Heizungen auf dem Stand der Technik. Im Durchschnitt werden aber nur etwa 3 Prozent der Heizanlagen pro Jahr modernisiert; das sind rund 600.000 neue Systeme. Eine Modernisierung aller Anlagen würde daher ungefähr 30 Jahre dauern. Damit ist das Ziel bis 2020 14 Prozent der Wärmeproduktion aus erneuerbaren Energien zu decken nicht zu erreichen.

Entsprechende Marktanreizprogramme (MAP) sind das zentrale und bewährte Steuerungsinstrument für den Ausbau regenerativer Wärme im Gebäudebestand. Für jeden ausgeschütteten Euro werden acht Euro investiert und rund 90 Prozent der Wortschöpfung bleiben in Deutschland und der Region.
Um die gesamtwirtschaftliche Impulswirkung derartiger MAPs besser nutzen zu können, ist es notwendig diese kontinuierlich fortzuschreiben, fordert die Geschäftsführung von HDG, um damit die Investitionsschwelle bei den Gebäudeeigentümern zu überwinden. Die jährlich wiederkehrende Unsicherheit über Fördermaßnahmen muss künftig verhindert werden, dies verunsichert die Bürger und hemmt Investitionen in Modernisierungsmaßnahmen.

Der zudem im April vom Finanzministerium verhängte Förderstopp für erneuerbare Energien von über 115 Millionen Euro hat zu einem massiven Umsatzrückgang bei den Investitionen geführt. Jeden Monat entsteht so der Erneuerbaren-Energie-Branche ein Schaden von mindestens 100 Millionen Euro.
Florian Pronold MdB versprach den SPD-Fachpolitikern den Sachverhalt vorzutragen und auch beim Umwelt- und Finanzministerium in dieser Angelegenheit nachzuhaken. Zudem forderte Pronold die schwarz-gelben Regierungen in München und Berlin auf, keine Umweltpolitik nach Kassenlage zu betreiben und eine Förderung für erneuerbare Wärme entsprechend dem von rot-grün konzipierten und erfolgreichen Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) zu konzipieren, da sonst die geforderte CO2-Reduktion in Deutschland nicht zu erreichen ist.