Lärmschutz hat höchste Priorität

Traunstein, 29.7.2010. Auf Einladung der SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Bärbel Kofler besuchte der SPD-Landesvorsitzende und stellvertretende Fraktionsvorsitzende für den Bereich Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Florian Pronold die Gemeinde Siegsdorf. Die beiden SPD-Politiker besichtigten gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Autobahnausbau A8“ neuralgische Punkte, die besonders von einem sechsspurigen (6+2) Ausbau betroffen wären. Bei einem anschließenden Gespräch wurde vor allem nach Maßnahmen und Alternativen gesucht, um die Belastung für Anwohner, Tourismus und Natur möglichst gering zu halten. Dabei müsse vor allem der Lärmschutz höchste Priorität haben.

Die heimische Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler zeigte sich zunächst enttäuscht von den Antworten des Bundesverkehrsministeriums: „Auf meine zahlreichen Anfragen an den Bundesverkehrsminister, in denen ich vor allem eine Verbesserung der Lärmschutzsituation forderte, habe ich vom Ministerium keine konkreten Antworten erhalten. Peter Ramsauer soll nicht nur großspurige Ankündigungen machen, sondern endlich Daten und Fakten auf den Tisch le-gen“, forderte Bärbel Kofler. „Wir brauchen dringend Haushaltsmittel für Zu-kunftsinvestitionen wie den Lärmschutz.“ Auch der bayerische SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold stimmte seiner Bundestagskollegin zu: „Da einerseits die Sensibilität der Bürger auch aufgrund ihrer hohen Alltagsbelastung zunimmt und andererseits die tatsächliche Lärmbelastung stetig steigt, müssen wir mehr Augenmerk auf Lärmschutz richten“, forderte Pronold. „Die Verkehrspolitik der Zukunft muss den Lärmschutz und somit den Bürger stärker einbeziehen.“

Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Siegsdorf Bernhard Kübler gab zu Beden-ken, dass ein achtspuriger Ausbau lediglich der Schnelligkeit dient: „Wenn das Verkehrsaufkommen den Ausbau nicht rechtfertigt, liegt es doch auf der Hand, dass die Autobahn zur „Hochgeschwindigkeitsstrecke“ ausgebaut werden soll. Dass dies aber zu einer Erhöhung des Lärms und der Unfallgefahr führen würde, wird in meinen Augen in der Diskussion bisher vernachlässigt.“ In einem Schrei-ben an die Gemeinde Siegsdorf hatte die Autobahndirektion Südbayern mitge-teilt, dass das Verkehrsaufkommen für ein Tempolimit nicht ausreiche. „Paradox, wenn man bedenkt, dass aufgrund der hohen Auslastung die Autobahn sechsspurig ausgebaut werden soll“, kritisierte Kübler. Aus diesem Grund waren sich alle Beteiligten einig, dass ein Tempolimit von 120 Kilometern pro Stunde im Ortsgebiet Siegsdorf zur Verbesserung der Lärmschutzsituation beitragen würde. Abschließend sprach Florian Pronold den Mitgliedern der Initiative Mut zu und motivierte sie, weiterhin für ihre Interessen einzutreten. Außerdem wurde auch für die Zukunft der gegenseitige Austausch zwischen Bürgerinitiative und Politik vereinbart.

Text: SPD