Vermögen fair besteuern – Referat in Deggenau
Am Montag erläuterte Bundestagsabgeordnete Florian Pronold bei einem Diskussionsabend der SPD im Sportlerheim Deggenau seine Vorstellungen zur Vermögenssteuer. Einen ungeheureren Nachhohlbedarf sieht Florian Pronold gerade in den Bereichen Bildung, Energie und Mobilität Allerdings sehe er bei der Finanzierung eine Lücke. Gleichzeitig kritisierte er das Krisenmanagement der Bundesregierung. Um mehr Einnahmen zu erzielen gilt es alle Schichten der Bevölkerung heranzuziehen. Gerade die Besteuerung von Vermögen ist in Deutschland unterentwickelt. „In den USA liegt der Anteil der Vermögensbesteuerng am Steueraufkommen um das vierfache höher als bei uns. Zusammen mit Österreich bilden wir das Schlußlicht in Europa“, so Pronold weiter.
„200 Milliarden € werden vererbt, die daraus abgeführte Steuer betragen aber nur vier Milliarden, ca. zwei Prozent. Im Gegensatz zu den Ausführungen in der Presse betreffe dies aber nicht „das kleine Häuschen der Oma “, das bleibe wegen der Freibeträge weiterhin unberührt. Wichtig sei, so Pronold, dass das Einkommen aus Arbeit anders besteuert werden müsse als Einkommen aus Miete, Vermögen oder Aktien. Daher trete er auch vehement für eine Spekulationssteuer ein. Als letztes kritisierte Florian Pronold noch die Steuerflucht ins Ausland. Er forderte mehr Betriebsprüfer, die erwiesenermaßen mindestens das Zehnfache ihrer Kosten an Steuern wieder hereinholten. Es sei ein Unsinn, Sachbearbeiter für die Bearbeitung der Lohn- und Einkommensteuer in Mengen zu haben, während die Betriebe und die Vermögenden ihr Geld an der Steuer vorbei ins wohlgesonnene Ausland, etwa nach Luxemburg, Liechtenstein, in die Schweiz oder in die Karibik transferierten. In der anschließenden Diskussion wurden die angesprochenen Themen noch vertieft.