Reduzierung unnötiger Kunststoffabfälle

iStock.com/Boyloso | Komposition: BMU

20. September 2019

Das Thema Plastikmüll wurde in den letzten Jahren breit in der Öffentlichkeit diskutiert – wir alle haben die Bilder der Meeresverschmutzung deutlich vor Augen. Diese Bewusstseinsänderung in der Bevölkerung hat auch in der Politik den Druck erhöht, hier tätig zu werden. Dazu hat der Parlamentarische Staatssekretär Florian Pronold heute im Bundesrat eine Rede zum Thema „Reduzierung unnötiger Kunststoffabfälle“ gehalten.

Wir sind hier in Deutschland bereits auf einem guten Weg, so Pronold: Das neue Verpackungsgesetz sorgt zum Beispiel für höhere Recyclingquoten – künftig steigt die Recyclingquote auf zwei Drittel. Details zum Gesetz finden Sie hier. Doch es geht nicht nur um Recycling – auch Abfallvermeidung ist wichtig. Hier ist es zentral, unsinnige Dinge zu regeln bzw. sogar zu verbieten. Mit dem 5-Punkte-Plan hat Bundesministerin Svenja Schulze einen Weg heraus aus der Wegwerfgesellschaft aufgezeigt – z.B. auch ein Verbot von Plastiktüten um welches es in der Bundesratsdebatte ging. Ein großes Lob geht an den Einzelhandel: Durch die freiwillige Selbstverpflichtung zur Vermeidung von Plastiktüten, ist deren Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland in den letzten Jahren um ca. 80% gesunken! Diejenigen, die noch nicht handeln, sollen durch gesetzliche Regelungen in die Verantwortung genommen werden.

In der Diskussion geht es auch um die sogenannten „Hemdchenbeutel“ – die Einweg-Plastiktüten für Obst und Gemüse in den Supermärkten. Hier ist es wichtig, nach guten Alternativen zu schauen, die das Plastik ökologisch sinnvoll ersetzen können. Eine Papiertüte zum Beispiel hat nur eine bessere Umweltbilanz, wenn sie 40-mal verwendet wird. Auch bei Plastikverpackungen muss nach sinnvollen Alternativen gesucht werden, insbesondere um höhere Lebensmittelverschwendungen zu vermeiden. Der Handel bietet hier bereits gute Lösungen an, wie zum Beispiel ein wiederverwertbares Plastiknetz, welches kein Mikroplastik absondert und eine Alternative zu Plastikverpackungen sein kann – sofern die Verbraucherinnen und Verbraucher ebenfalls ein Bewusstsein für Abfallvermeidung entwickeln und das Netz immer dabeihaben, um es nutzen zu können.

Am 15. Oktober findet der nächste Runde Tisch der Bundesministerin mit Handel und Industrie statt – hier stehen unter anderem auch die Einführung rasch wirksamer freiwilliger Maßnahmen zur Verminderung des Verbrauchs von überflüssigen Verpackungen und die Stärkung des Einsatzes von recycelten Kunststoffen auf der Tagesordnung.

Die komplette Rede können Sie hier ansehen.

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