Wikipedia-Eintrag

Florian Pronold (* 28. Dezember 1972 in Passau) ist ein deutscher Politiker (SPD) und seit 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 11. Juli 2009 bis 20. Mai 2017 war er Vorsitzender der SPD in Bayern.[1][2] Von Dezember 2013 bis März 2018 war er Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit mit der Zuständigkeit für Bau und Stadtentwicklung. Seit März 2018 ist er Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.[3]

Leben und Beruf

Nach dem Abitur 1992 am Robert-Koch-Gymnasium in Deggendorf absolvierte Pronold zunächst gemeinsam mit Django Asül  eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse Deggendorf. Anschließend begann er 1995 ein Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Regensburg, welches er 2000 mit dem ersten juristischen Staatsexamen beendete. Nach Ableistung des Referendariats und des zweiten Staatsexamens 2002 ist er als Rechtsanwalt zugelassen. Seine Tätigkeit in einer Anwaltskanzlei ruht derzeit aufgrund seiner Tätigkeit als Parlamentarischer Staatssekretär.[4] Pronold ist konfessionslos und verheiratet.[5]

Während seiner Ausbildung und seines Studiums engagierte sich Pronold in der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung und hat beispielsweise bei der Georg-von-Vollmar-Akademie und gewerkschaftlichen Bildungseinrichtungen.

Pronold ist Mitglied in zahlreichen Vereinen, unter anderem bei amnesty international, Arbeiterwohlfahrt, ver.di, der Georg-von-Vollmar-Akademie, im Bund Naturschutz, im Sozialverband VdK und in der Friedrich-Ebert-Stiftung. Er war von 2010 bis 2018 Mitglied im Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks (KdÖR).[6]

Partei- und öffentliche Ämter

Parteiämter

Pronold trat schon als Schüler 1989 in die SPD ein.1993 wurde er zum damals jüngsten Mitglied des Landesvorstandes der SPD in Bayern gewählt. Von 1999 bis 2004 war Pronold Landesvorsitzender der Jusos in Bayern und Mitglied im Präsidium der bayerischen SPD.

Von 2004-2021 war er Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Rottal-Inn. Von 2004 bis 2009 war er stellvertretender Vorsitzender des SPD-Landesverbandes Bayern.

Von 2007 bis 2017 war Pronold Mitglied des SPD-Parteivorstands, ab 2009 auch des Präsidiums.

Im sechsköpfigen Kompetenzteam der SPD Bayern für die Landtagswahl 2008 vertrat Pronold den Bereich „Wirtschaft und Finanzen“.

Am 11. Juli 2009 wählte ihn der Parteitag des bayerischen Landesverbandes der SPD mit 89,7 % der Delegiertenstimmen als Nachfolger von Ludwig Stiegler zum Landesvorsitzenden. 2011, 2013 und 2017 wurde Pronold in diesem Amt bestätigt.[9]

2012 wurde Pronold in das Kompetenzteam des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück berufen. Er verantwortete die Bereiche Verkehr, Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung. In diesem Bereich führte Pronold auch die Verhandlungen für die SPD zum Koalitionsvertrag für die Große Koalition ab 2013.

Im Februar 2017 kündigte er an, auf dem Landesparteitag im Mai nicht erneut für den Landesvorsitz zu kandidieren. Gleichzeitig schlug er die Generalsekretärin des SPD-Landesverbands, Natascha Kohnen, als Parteivorsitzende und Spitzenkandidatin für die Landtagswahl 2018 vor,[14] die als Nachfolgerin Pronolds als Landesvorsitzende der SPD in Bayern am 20. Mai 2017 gewählt wurde.[2]

Pronold war bis 2020 Mitherausgeber der Spw – Zeitschrift für sozialistische Politik und Wirtschaft. Er verantwortet die Webseite Gläserner Abgeordneter, auf der er seit seinem Einzug in den Bundestag nicht nur seine Einnahmen, sondern auch die Verwendung der steuerfreien Aufwandspauschale dokumentiert.

Öffentliche Ämter

Pronold war früh kommunalpolitisch aktiv und gehörte von 1996 bis März 2010 dem Stadtrat von Deggendorf[15] und von 1996 bis 2002, sowie von 2005 bis 2020 auch dem Kreistag des Landkreises Deggendorf an.[16]

Seit 2002 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von Oktober 2004 bis Oktober 2009 stellvertretender Sprecher der Arbeitsgruppe Finanzen der SPD-Bundestagsfraktion. Von Dezember 2005 bis Februar 2010 war er Vorsitzender der Landesgruppe Bayern in der SPD-Fraktion und gehört außerdem dem Fraktionsvorstand an.

Von Oktober 2009 bis Dezember 2013 war Pronold stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion zuständig für Verkehr, Bau und Forschung im Deutschen Bundestag.[6]

In der Großen Koalition ab 2013 (Kabinett Merkel III) war er Parlamentarischer Staatssekretär bei der Ministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.[6] In der Großen Koalition ab 2018 (Kabinett Merkel IV) ist er Parlamentarischer Staatssekretär bei der Ministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Pronold ist stets über die Landesliste Bayern in den Bundestag eingezogen. 2009, 2013 und 2017 kandidierte er dabei auf dem ersten Platz der Landesliste. Sein Wahlkreis ist Rottal-Inn.

Pronold war von 2010 bis 2018 eines der Mitglieder im Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks, die von der SPD-Landtagsfraktion entsendet werden.[17] Er war stellvertretender Vorsitzender des Grundsatzausschusses.

Er war von 2013 bis Ende 2017 Vorsitzender des Stiftungsrates Humboldt-Forum im Berliner Schloss[18] und Juryvorsitzender der Nationalen Projekte des Städtebaus und des Programmwettbewerbs der Bauakademie.

Im November 2019 wurde Pronold zum Gründungsdirektor der Bundesstiftung Bauakademie gewählt[19][20] , was Kontroversen auslöste. Am 10. März 2020 kündigte er an, die Stelle nicht anzutreten, da die Einhaltung einer Karenzzeit den zügig erforderlichen Aufbau der Stiftung gefährden würde .[22] [23]

Am 26.09.2021 trat Pronold nicht erneut zur Bundestagswahl an: Nach fünf Wahlperioden und bevor er 50 Jahre alt werde, wolle er nochmal etwas Neues machen.

zurück